Was kostet Pflege zu Hause?

Der Auslöser für eine Pflegebedürftigkeit ist nicht immer eine plötzliche Krankheit die zu erheblichen Veränderungen führt, oft entsteht der Hilfebedarf durch den eigenen körperlichen Abbau von Fähigkeiten durch das Altern an sich. Es fällt immer schwerer die Tasse aus dem Hängeschrank zu holen - den Pullover oder die Socken anzuziehen wird zu einer kaum lösbaren Aufgabe. Mit dem Wegfall der eigenen Beweglichkeit steigt der Bedarf an Unterstützung im Alltag. 

Die Technik und das Gesundheitssystem können in vielen Fällen durch kleine Geräte und Hilfsmittel die Lücke füllen, doch steigt auch der Bedarf an menschlicher Begleitung. Natürlich kann ich in dieser Lebensphase noch viel Zeit mit den schönen Dingen verbringen und die Geborgenheit meines Zuhauses genießen. Ein paar Schwierigkeiten im Alltag sind noch lange kein Grund das gewohnte Umfeld zu verlassen und in ein Pflegeheim zu ziehen. 

Es ist sogar so, dass heute zwei Drittel aller Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt werden. 

Wie sich der Alltag zu Hause organisieren lässt, ist nicht pauschal zu beantworten. Hier kann jeder sich und seine Wohn- und Familiensituation als Grundlage für Überlegungen heranziehen.

Durchschnittliche Kosten bei Ambulanter Pflege bzw. Häuslicher Pflege

 

 

Pflegestufe 1

Pflegestufe 2

Pflegestufe 3

Kosten pro Monat 810 € 1950 € 3360 €
Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung 468 € (244 €) 1144 € (458 €) 1612 € (728 €)
Mein Eigenanteil im Pflegefall 342 € 806 € 1748 €

 

Hinweis:  Die Werte in Klammern, stehen für Leistungen bei Laienpflege, d.h. wenn Angehörige oder

Nichtfachkräfte die Pflege übernehmen.

 

 

Das Mehrgenerationenhaus, oder die Kinder wohnen in der selben Strasse

Wenn man beispielsweise in einem klassichen Mehrgenerationenhaus lebt, Kinder oder Enkel immer in der Nähe sind, dann können natürlich viele der beschriebenen Aufgaben verteilt werden. Beim Familieneinkauf bringt man eben alles für die Oma mit, und wechselt sich bei den Fahrten zu Arzt und Apotheke ab. Nachmittags können die Kinder mit Oma spielen.

Wenn neben den organisatorischen Aufgaben dann intensivere, pflegerische Aufgaben dazukommen, bedarf es schon etwas mehr. Nicht jeder kann sich vorstellen, den eigenen Vater oder die eigene Mutter zu baden, und das ist auch in Ordnung.

Hier erlaubt unser heutiges System viele Möglichkeiten sich gezielt Hilfe von Dritten zu holen. Häufig ist das dann der professionelle Pflegedienst, oder auch ambulanter Pflegedienst genannt. Der Betroffene kann hier einzelne Tätigkeiten einkaufen. Dass kann das tägiche Rasieren oder Waschen sein, oder die Hilfe beim morgentlichen Aufstehen und Anziehen.

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt hierfür eine Sachleistung direkt an den Pflegedienst. Wie hoch die Erstattung ist, hängt von der Pflegestufe ab. Lesen Sie hier mehr zu den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Werden die Leistungen für den Pflegedienst nicht voll ausgeschöpft, wird der Rest anteilig als Pflegegeld direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt. Damit kann dann zum Beispiel der pflegende Angehörige etwas entlastet werden - oder dem Nachbarn für Botengänge eine Aufwandsentschädigung geleistet werden. 

Pflegeleistungen einkaufen

Häufiger findet man sich jedoch in Zeiten der unbegrenzten Mobilität mit einer anderen Situation konfrontiert. Die eigenen Kinder sind weggezogen und wohnen nicht in der Nähe. Wenn diese dann selbst noch eine Familie mit Kindern zu managen haben, kann kaum mehr als etwas organisatorische Unterstützung erwartet werden. 

In dieser Situation finden sich viele der heutigen Großelterngeneration wieder. Also muss das Leben im Alter anders geplant werden. Der Pflegedienst übernimmt alle Aufgaben des täglichen Lebens und die Sachleistungen der Pflegeversicherung werden voll ausgereizt. Hier entstehen schon bei Pflegestufe I schnell Kosten von 800€ oder mehr. Die Leistung der Pflegeversicherung in Pflegestufe I beträgt 450€. Schon entsteht die erste Zuzahlung - Monat für Monat.

Erbringt der Pflegedienst alle pflegerischen und haushalterischen Aufgaben in Pflegestufe II ergibt sich ein Gesamtaufwand von rund2.500€. Die Pflegeversicherung leistet hier 1.144€. Es bleibt also einen Eigenanteil von 1.350€.

Diesen Eigenanteil bringt kaum ein Betroffener ohne EInschränkung dauerhaft auf, ohne an die Substanz zu gehen. In dieser Situation laufen natürlich nahezu alle anderen Kosten weiter. Die Kosten für Wohnung/Haus, die Nebenkosten, Lebenshaltung etc. Auf der anderen Seite wird der Bewegungsradius kleiner und somit siinken die Kosten für Freizeitgestaltung oder Reisen.

Um diese Lücke zu schließen empfehle ich Ihnen Ihre persönliche Situation zu betrachten. Sind Sie allein, oder verheiratet? Wie viel Einnahmen bleiben wirklich übrig, um für den Eigenanteil im Pflegefall verwendet werden zu können?

Schauen Sie sich hierzu auch mein Kapitel zum Thema Bedarfsermittlung an.

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